Mit einem Jahr intensiver Vorarbeit ist es einer Arbeitsgruppe des Stadtteilrates Barmbek-Nord gelungen, Politik und Verwaltung vom Konzept der „Netten Toilette“ zu überzeugen.
Bau und Unterhaltung öffentlicher Toiletten sind mit erheblichen Kosten für die Allgemeinheit verbunden. Sehr viel günstiger fällt da ein Modell aus Aalen aus. Gastronomie- und andere Betriebe gestatten gegen eine Entschädigung für die zusätzliche Reinigung und Materialkosten die Nutzung ihrer Sanitäranlagen – ohne Verzehr- oder Konsumzwang für die Nutzenden.
Das Projekt wurde zunächst in Baden-Württemberg erprobt und wird mittlerweile erfolgreich in annähernd vierhundert Kommunen betrieben. Auch in Hamburg hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Versuche gegeben, die Nette Toilette in einzelnen Stadtteilen zu etablieren. Leider erfolglos. Der Stadtteilrat nahm Kontakt mit der Aalener Agentur auf, klärte die Lizenzbedingungen und fand in persönlichen Gesprächen Gewerbetreibende und weitere lokale Akteur*nnen im Stadtteil, die dabei sein wollten.
Trotz gewonnener Zusagen war das Projekt jedoch zunächst kein Selbstgänger in Politik und Verwaltung, sondern erforderte eine gehörige Portion Überzeugungsarbeit und Durchhaltevermögen. Die Finanzierung unklar, die Zuständigkeiten in der Verwaltung nicht vorhanden, das Brett erwies sich als unerwartet dick.
Am Ende zahlten sich ehrenamtliches Engagement und Beharrlichkeit aus. Vier Bezirksfraktionen in der Bezirksversammlung sprangen nun endlich für das Projekt in die Bresche und formulierten einen Antrag. Mit der zugesagten Förderung können zehn Betriebe während einer Pilotphase über ein Jahr unterstützt werden. Darüber hinaus wird noch ein kleines Budget für die laufende Wartung bereitgestellt. Die rechtssichere Verwaltung der Fördergelder und die Gesamtbetreuung des Pilotprojekts übernimmt der Trägerverein des Stadtteilrats Barmbek-Nord ehrenamtlich.
Bleibt die Freude über das Angebot für die Barmbeker*innen und die Tatsache, dass Gestaltungswille und Engagement etwas bewirken können.